gefunden haben wir: nichts
die begriffe lösen sich auf – was bleibt, ist nicht wahr – man müsste eigentlich schweigen – doch was will einer, wenn er nur noch schweigt – ein vorschweiger werden vielleicht – in scharen seien sie an seine veranstaltungen geschwärmt – ich hatte davon gehört – zu dritt mussten sie ihn in diese existenz zurückzerren – zuerst ist es ein erlebnis, dann gewöhnt man sich daran, dann löst es sich wieder auf und löscht einen aus – das ist alles sehr ermüdend – das gehe auch professionellen menschen so, nicht nur amateuren – eigentlich war er gar kein echter vorschweiger, er hat einfach schlichtweg nichts zu sagen gehabt
ein tag reicht, und reicht doch nicht, reicht nirgends hin und genau dort will ich hin – eine woche reicht auch nicht, einige jahre reichen vielleicht oder vielleicht auch nicht – ein leben reicht, und reicht ganz sicher nicht – und kein weg führt zurück, schrieb anja – in straffen viererreihen gedacht und mit jauche und mit poesie – bis in die ersten frostnächte hinein – dann leerzeilen – leerzeilen oder schwarze tücher, die schwer und trotz wind beinah still in winternächten…
du und deine trendmenschen – leerzeile um leerzeile – ohne wenn und aber – ansonsten würde der staat seine funktion verlieren – auf die vergangenen sieben jahre, so könnte ich sagen, hätte ich verzichten können – ein springen ohne nachleben – auf das läuft es doch hinaus, dass kaum jemand etwas davon hat – leerzeile
die mädels laufen in schwarz umher – das schaut gut aus – dem hund war trotzdem zum davonlaufen zumute – zu vieles ist schon zu lange her – auch das innige trübsal blasen – graue suppe über den schweigenden gipfeln – solches und ähnliches geht auch ohne sozialarbeiterin – einfach wunderbar – dort, wo freiheit beginnt – ein mensch – ob mit eintrittsgeld oder ohne – denn autonom sei man eben nur gemeinsam mit anderen – leerzeile
der zirkus habe schon letzte woche seine zelte abgebrochen – so endet eigentlich noch so manches leben – yoga- und zen-übungen zum trotz – eine gute wahl, der narrenfreiheit wegen – sich mehr spielraum zuschanzen – zuschanzen – achtung, kriegsinventar – leerzeile
leerzeilen nichts als leerzeilen – klarinettenkonzerte die einem die raumluft verpesten – die wespen spicken nur so durch die luft – durch die lüfte – wer ausschliesslich blätter isst, dem kann nichts passieren – permanent passiert nichts – die menschen aber fuchteln oder schreiben irres zeug – wie ich mich nach ein paar zeilen von dir gesehnt habe – es geht mir absolut hervorragend dreckig – alles was erneuert werden muss – und schüsse in der nacht – banalitäten ohne ende – bis man nur noch von menschen umgeben ist, die man nicht kennt und von denen man nichts weiss – und dass kein erzählen dieses nichtwissen kaputtmacht – nur das behalten, was einen kaputtmacht – so sind menschen, sang ursula – leerzeile
und auf einmal macht die passworteingabe wieder spass – was da bei den simpelsten handhabungen bereits alles mitrauscht – milch, die aus deinen ohren rinnt – und was eine überreizte vorstellungskraft mir sonst noch in diesen, von jeglicher bedeutung befreiten tag, hineinzaubern will – endlich kriegt der sommer eins in die fresse – erstaunlich eigentlich, dass ich tatsächlich für die ewigkeit geschaffen bin – leerzeile
das ist jetzt noch lange nicht masslos übertrieben – beim näheren hinschauen erkannte man in dem schwarzen fleck ein brandloch – die hände vors gesicht schlagen und – aber alle sehen dich und alle werden dir sagen, dass sie dich gesehen hätten – wissen tun wir es, begreifen würden wir es vielleicht auch, vielleicht auch lieber nicht – als sie sich diesen bubikopf schneiden liess, war für mich kein halten mehr – trotzdem ziehen die jahre dahin – haare und nägel wüchsen einfach weiter – was zurückbleibt, ist dreck.
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