Zen im Garten

Halme in Einheitslänge,
gleich erkannt, schnell benannt: eine öde Wiese,
sonst nichts.

Sträucher, Steine, Wasserstellen, totes Holz,
angepflanzt, angeschleppt, ausgehoben, aufgetürmt,
über Zeit.

Kröten kommen als erste, dann die Vögel,
nur nicht mehr mähen, kein weiteres Eingreifen,
einfach lassen.

Gräser werden wild,
wachsen hoch, blühen formenreich, verschlucken alles,
im Moment.

Raupen, Grillen, Heuschrecken, Libellen,
Eidechsen, Schmetterlinge, Glühwürmchen, Fledermäuse,
immer mehr.

Vögel lerne ich langsam kennen:
wer wann erscheint, wer wo sitzt, wer wie ruft,
ihre Eigenheiten.

Pflanzen werden zu Persönlichkeiten,
zäh, zart, langsam, schnell, eigenwillig, ausweichend,
voller Lebensdrang.

Spuren grösserer Tiere,
heimlich hinterlassen in der Dunkelheit. Ein Igel kommt,
und bleibt.

Kampf und Tod gehören dazu,
entzweite Blindschleichen, blutige Federn, zerfressene Kadaver,
scheinbar sinnlos.

Vergehendes bringt Neues hervor,
alles geht ineinander über, nichts bleibt für sich,
ohne Ende.

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